Unterschiede zwischen der Praxis zuhause und in der Gruppe


Viele SchülerInnen bemerken Unterschiede zwischen dem Üben zuhause und in der Gruppe.

Das ist völlig normal und kann folgende Gründe haben.

In der Gruppe stärker

Die meisten empfinden die Praxis in der Schule als stärker, was auch der Fall ist. Das liegt daran, dass sich der Trainingsraum mit positiver Energie füllt während die Gruppe gemeinsam Qi Gong (bzw. Kung Fu oder Tai Chi Chuan) übt.

Der stärkste Faktor ist der Meister (oder die Meisterin), der die SchülerInnen von Herz zu Herz unterrichtet und die eigene Energie ausstrahlt.

Manch einer mag uns für irrsinnig halten, aber für uns ist die Energie keine reine Theorie, sondern eine Tatsache, die sich uns durch persönliche und direkte Erfahrung täglich bestätigt. Schlussendlich bedeutet Qi Gong Energiearbeit. Ohne Energie bleibt also nur Arbeit, und wer will das schon?


Qi Gong Gruppe in Wien

Unsere Qi Gong-Gruppe genießt
das gemeinsame Üben


Auch die Anweisungen vorgesagt zu bekommen, hilft dabei sich um noch weniger kümmern zu müssen. Nach wenigen Stunden fällt es aber auch zuhause leicht den richtigen Ablauf der Einheit abzurufen und schon bald kann man auch alleine kraftvoll üben.

Zuhause stärker

Manchen SchülerInnen, besonders wenn sie noch am Anfang stehen, fällt es aber andersrum zuhause leichter, loszulassen, was ein sehr wichtiger Faktor für den Qi Flow, den angeregten und freien Energiefluss, ist.

Jenen sei gesagt, dass im Qi Flow alles erlaubt ist und man sich für nichts genieren muss. Spontane Bewegungen oder Laute zurückzuhalten ist kontraproduktiv. Es ist aber natürlich verständlich und okay, wenn man sich selbst zuerst mal zuhause an den Qi Flow gewöhnt, bevor man auch in der Gruppe loslässt.

Zuhause gibt es auch weniger mögliche Ablenkungen, aber im Laufe der Praxis fällt es immer leichter, auch im Beisein anderer zu entspannen und alles zuzulassen, damit die Energie effektiver für uns arbeiten kann.


Qi Gong Gruppe - starker Chi-Flow

Schüler beim Intensiv-Kurs in Malaysia
genießen einen heftigen Qi Flow

Fazit

Allgemein ist es also kraftvoller in der Gruppe, insbesondere im Beisein von Meister oder Meisterin, zu praktizieren. Das heißt aber nicht, dass es empfehlenswert ist, immer so intensiv zu üben. Unsere größte „Gefahr“ in Shaolin Wahnam ist es nicht, keinen Nutzen aus der Praxis zu ziehen, sondern vielmehr, zu intensiv zu üben und so ins Übertraining zu geraten. Eine Tatsache, die besonders von Umsteigern aus anderen Stilen anfangs unterschätzt wird.

Neben unserem Grundsatz, dass die Praxis zu 5% aus Lernen und zu 95% aus Üben bestehen soll, ist dies der Grund warum SchülerInnen nur einmal pro Woche zum Kurs kommen. Hin und wieder eine zweite Einheit zu besuchen ist zu verkraften, aber es sollte nicht regelmäßig so häufig sein.

Besonders bei fortgeschrittenen Qi Gong-Übungen und -Fähigkeiten wie der „kosmischen Energiedusche“ (Cosmic Shower) wäre es nicht ratsam jeden Tag auf dem Niveau wie im Unterricht zu üben. Wer ca. 30% der Intensität wie im Kurs erreicht, hat bereits mehr als genug Energie getankt, um für die eigene Gesundheit und Vitalität zu sorgen.

Halte dich an den Grundsatz, den wir uns dank unserer Effektivität leisten können:

Weniger ist mehr!

Ein großer Vorteil im Kwoon (der Kung Fu-Schule) zu üben, ist außerdem natürlich, dass man seine Geschwister trifft und in familiärer Umgebung Erfahrungen austauschen kann.

Sifu Leo

Autor: Sifu Leonard Lackinger

 



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