Entspannen – Wie geht das eigentlich?

Whirlpool Urlaub Freunde

Im Whirlpool lässt sich's gut entspannen. Aber geht das auch anders?

Wie sieht Entspannen auf österreichisch aus?

(und wahrscheinlich auch im Rest der westlichen Welt)

Der langersehnte Spa-Urlaub ist da. Endlich relaxen, abschalten und loslassen, womit die Thermallobby so eifrig wirbt.

Versteh mich nicht falsch! Ich habe so ziemlich jede Thermalquelle von Loipersdorf bis Lutzmannsburg durchquert, jedes Bad von Schaller- bis Stegersbach erkundet und in jedem Spa von Ober- bis Laa abgehangen und genieße die paar Tage Auszeit dort sehr.

Auch, wenn die Piratenrutschen und Wasserspielplätze im Familienurlaub derzeit gegenüber den Massagedüsen, Dampfkammern und Whirlpools den Vorrang haben...

 

Aber was ist mit dem Rest des Jahres? Dürfen wir nur im Urlaub mal loslassen?

Wie steht es im Alltag mit Entspannung und Ausgleich?

Sich, von der Arbeit abgemüht, vom Fernseher berieseln lassen?

Mit Freunden Wein trinken und den Druck und alle unaufgearbeiteten Gefühle beiseiteschieben?

Massieren gehen, um Verspannungen lösen zu lassen?

Gegen diese Dinge ist (in Maßen) ja auch nichts einzuwenden.

Aber fällt dir der gemeinsame Nenner dabei auf? Sie sind alle passiv.

Kann man dabei von Entspannen sprechen oder ist es eigentlich bloß Ablenkung?

 

Als mein Sifu, Großmeister Wong Kiew Kit, begonnen hat, in aller Welt zu unterrichten, war er verblüfft, dass so viele Menschen im Westen Schwierigkeiten hatten, sich zu entspannen. Vielen war gar nicht bewusst wie angespannt sie die ganze Zeit waren.

Entspannung ist in unserer Kultur etwas, das von außen auf uns einwirken muss. Wenn wir genug unterhalten werden und möglichst wenig dazu beitragen müssen, finden wir den Ausgleich zu all den beruflichen und privaten Aufgaben. Eigentlich ein bisschen wie schlafen, wenn wenigstens das noch klappt.

Dass das alles nur mäßigen Erfolg bringt, merkt man daran, wie viele Menschen unter Burnout und Stress leiden.

Im Urlaub und unter Berieselung ist es einfach zu entspannen oder zumindest abzuschalten. Was aber, wenn du die restliche Zeit auf dich alleingestellt bist?

Fernseher berieseln

Ist sich vom Fernseher berieseln zu lassen der beste Ausgleich? Hmmmm...

Aktiv entspannen!

Sollst du also ausgiebig Sport machen, um den Kopf frei zu kriegen, nur um hinterher noch mehr erledigt zu sein?

Wenn du Spaß dran hast, spricht (wieder in Maßen) nichts dagegen.

Aber es wäre doch gut, wenn du zu deinem ausgeglichenen Geist auch noch genug Energie hättest, um kreativ zu sein und andere schöne Dinge zu erleben, anstatt erst recht erschöpft auf der Couch zu verenden.

Nur wie stellt man das an?

Zum Beispiel mit Qi Gong!

Es ist dabei nur wichtig, dass du einen wirkungsvollen Stil ausübst, was anfänglich etwas Aufwand bei der Auswahl einer hochwertigen Schule bedeutet. (Mein kostenloser Ratgeber „Dein Wegweiser in die wunderbare Welt des Qi Gong“ kann dir dabei hoffentlich behilflich sein.)

Danach kannst du jeden Tag aktiv etwas Wundervolles für deinen körperlichen und seelischen Ausgleich tun und dabei auch noch Energie tanken.

Was, jetzt sollst du zusätzlich zu all den Dingen, die du sonst schon tun musst, auch noch Qi Gong machen?

Ja, am besten schon. :)

Kraftvolles Qi Gong – und du solltest deine kostbare Zeit mit keiner anderen Version davon vergeuden – benötigt nur wenige Minuten. In unserer Schule praktizieren wir täglich für eine gefühlte Viertelstunde, also 10-15 Minuten. Hinterher sind alle Sorgen weggewischt, Verspannungen gelockert, Stress verflogen, die Energiespeicher aufgefüllt und der Geist wieder klar und frei für neue Taten.

Qi Flow

Qi Gong kann außerdem sehr genussvoll sein, wodurch es nicht wehtut, wenn du ein kleines Bisschen Fernsehzeit abzweigst oder ein paar Minuten früher aufstehst.

Aber warum funktioniert das mit Qi Gong?

Ich verrate dir etwas, das nur wenigen Menschen bewusst ist.

Entspannen und Loslassen sind Fähigkeiten.

Und solche kannst du nähren und trainieren, am besten täglich.

Wenn deine Gedanken weiter um die Arbeit und andere Sorgen kreisen, selbst wenn du im Whirlpool mit einem Glas Wein vor dich hindümpelst, hast du nicht gelernt (oder verlernt) wie man entspannt und abschaltet.

Aber das kannst du jederzeit verbessern!

Mit Qi Gong lernst du, dich auf Knopfdruck zu entspannen, einfach in einen gelösten und ruhigen Modus zu wechseln. Und das von Anfang an und jeden Tag.

Mit der Zeit ist dieser ideale Zustand auch im Alltag bei Bedarf jederzeit abrufbar. Und schließlich wird es zur Gewohnheit, ja zum Normalzustand, so locker wie möglich zu sein und ein entspanntes Gemüt zu haben.

Du übst deine Gedanken einfach rauszuwerfen, wenn du sie gerade nicht brauchst oder willst.

Normalerweise dient der Schlaf dazu, uns wieder aufzuladen. Nur dann geben die meisten Leute endlich mal Ruhe, der Körper entspannt sich und sie tun nichts, was ihre Energie weiter verbraucht. Wer nicht gut (ein)schlafen kann, ist über kurz oder lang wie gerädert und ausgelaugt.

Im Qi Gong kannst du diese Entspanntheit auch im wachen Zustand erleben. Durch die aufrechte und lockere Haltung kann frische Energie optimal in dich einströmen und ungehindert fließen.

Somit ist Qi Gong sehr viel effizienter als Schlafen, weil du nur wenige Minuten statt vieler Stunden davon brauchst. Auch, wenn wir oft weniger Schlaf benötigen als die Meisten, sollten wir uns nachts dennoch genügend Zeit zum kompletten Abschalten gönnen.

Übrigens wird der Schlaf durch Qi Gong auch tiefer und erholsamer. Und beim Einschlafen ist es natürlich sehr hilfreich, wenn du deine Gedanken nach Belieben einfach „wegmachen“ kannst.

Der Atem spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Der Atem ist die einzige sonst unbewusste und autonome Körperfunktion, die wir auch willentlich steuern können. Somit ist die Atmung auch das Tor zum Inneren.

Nur ein paar tiefe Atemzüge und schon beruhigt sich der Herzschlag, Anspannung und Emotionen klingen ab.

Durch die Qi Gong-Praxis wird die Atmung mit der Zeit ruhiger und tiefer, was wiederum das Nervensystem und den ganzen Körper entspannt.

Lass los!

Auch das Loslassen ist eine Fähigkeit, die allzu oft verkümmert, mit Qi Gong aber ständig verbessert wird.

Klammerst du dich auch – wie die Meisten - viel zu sehr an Erwartungen und genaue Vorstellungen, wie etwas zu sein und zu geschehen hat, anstatt einfach mal mit dem Fluss zu gehen?

Viel zu oft hängt man in wiederkehrenden Gedankenmustern und Glaubenssätzen fest. Mit etwas Übung, kannst du Gedanken, die dir nicht förderlich sind, einfach rauswerfen und so Psychohygiene betreiben.

Viele glauben, dass ihre Arbeit ach so wichtig ist und sind gedanklich auch in der Freizeit noch im Büro. Dabei wird übersehen, dass Pausen oft die besten und kreativsten Ideen und Lösungen hervorbringen.

Es kann durchaus gut sein, sich bei Freunden alles von der Seele zu reden. Wichtig ist aber, dass du es dann auch loslässt, nachdem du es rausgelassen hast. Wenn du wochenlang allen, die du triffst, immer die gleiche belastende Geschichte erzählst, erhärtet sich deren Einfluss in deinem Bewusstsein und deiner Gefühlswelt bloß umso mehr.

Gram, Frustration und andere unnütze Gefühle kannst du loslassen, indem du vergibst, was sich wunderbar mit der Qi Gong-Praxis verknüpfen lässt.

Unser Großmeister beobachtete, dass die meisten Krebskranken unaufgelöste seelische bzw. emotionale Lasten mit sich herumtrugen. Das zeigt, wie wichtig es ist, den „emotionalen Rucksack“ immer und immer wieder zu leeren.

Bei unserem Qi Gong-Training spielt der „Qi Flow“ eine sehr wichtige Rolle. Beim Einsatz dieser seltenen und wirkungsvollen Fähigkeit darfst du dich einfach mal treiben und deine Energie für dich arbeiten lassen. Die perfekte Übung zum Loslassen.

Freiheit und spirituelle Freuden

Sich einfach mal treiben lassen und mit dem Fluss gehen kann so befreiend sein.

Entspannen im Sitzen?

Ein Kommentar noch zur häufig empfohlenen sitzende Meditation (z.B. Achtsamkeitsmeditation). Auch wenn es viele positive Berichte dazu gibt, ist sie nicht die ideale Wahl auf diesem Gebiet, besonders nicht für AnfängerInnen.

Das ruhige Verweilen kann mitunter auch anstrengend sein und für Ungeübte geistigen Stress sowie Muskelverspannungen bescheren.

Wenn du dich also noch nicht ausgeglichen fühlst oder gar krank bist, solltest du deine Mediationspraxis auf keinen Fall „sitzend“ beginnen.

Nicht nur, dass du dich bei Qi Gong auch mit frischer Energie auflädst, es ist viel einfacher zu erlernen und durchzuführen und dabei zielgerichteter, effektiver und sicherer, um deine Harmonie wiederherstellen.

Mit gutem Grund lehrte der ehrwürdige Bodhidharma (der erste Zen-Patriarch) die Shaolin-Mönche erst mal Qi Gong-Übungen, damit sie gesund und stark werden, um für ihren spirituellen Weg zur Erleuchtung gerüstet zu sein. Dabei spielte die sitzende Meditation als höchste Form des geistigen Trainings dann eine wichtige Rolle.

Zum Entspannen ist das stille Sitzen aber ursprünglich nicht gedacht gewesen. Um Ausgleich zu erlangen, wähle daher ein passendes Mittel, wie Qi Gong!

Meditation Spiritualitaet

Bist du bereit für die höchste spirituelle Vervollkommnung oder möchtest du nicht lieber mal mit etwas Leichterem beginnen?

Relaxte Kampfkunst

Wenn du mehr Herausforderung und Aktivität suchst, während du dich aktiv entspannst, kannst du dich an einer traditionellen Kampfkunst probieren.

Was? Kämpfen und entspannen? Wie passt das zusammen?

Wenn du einen hochwertigen Stil bei einer guten traditionellen Schule erlernst, solltest du deine Muskeln nicht durch Fitnessübungen verhärten, sondern lernen, dich immer mehr und mehr zu entspannen und deine innere Kraft (= Energie) trainieren.

Außerdem bietet das Kampfkunsttraining viele perfekte Gelegenheiten, um deine Entspanntheit und Coolness auch in fordernden (Kampf-)Situationen auf die Probe zu stellen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass du gesund und schmerzfrei bist, wenn du beginnst. Shaolin Kung Fu und Tai Chi Chuan sind wunderbar, um deinen Körper und deinen Geist zu kräftigen und eine robuste Gesundheit zu festigen, während du lernst, dich zu verteidigen. Zur Heilung ist es aber ebenfalls nicht ideal.

Qi Gong ist übrigens die perfekte Vorbereitung für das Kampfkunsttraining, egal, ob du noch gesundheitliche Themen zu bearbeiten hast oder nicht.

Kampfkunst Sparring Spaß

Anders als körperbetonte Kampfstile, die eher die Aggressivität fördern, sind Übende der hohen Kampfkünste meist relaxed und sanftmütig.

Erwecke das Spa in dir! :D

Kümmere dich aktiv um deine Entspannung!

Lass alles Unnötige, das dich bedrückt und runterzieht, los!

Es spricht natürlich nichts dagegen, sich immer wieder im Urlaub zu entspannen, massieren zu gehen und mit Freunden abzulenken. Nur mach dich nicht allein davon abhängig!

Und da es dort gerne angeboten wird… einmalig bei einer Qi Gong-Stunde im Thermenhotel mitzumachen, wo dir ein schnell angelernter Fitness-Coach ein paar lockere Turnübungen zeigt, wird dich nicht wirklich weiterbringen.

Auch, wenn du von einem (seltenen) guten Lehrer (oder Lehrerin) lernst, musst das das Gelernte zuhause in die Tat umsetzen.

Zwei positive Dinge zum Ausgleich konnte ich in unserer Kultur übrigens doch noch finden, auch wenn die vielleicht nicht jedermanns Sache sind.

Daran, in der freien Natur zu spazieren oder zu wandern, kann man einfach nichts aussetzen, selbst wenn man vor lauter frischer Luft und Bewegung hinterher müde ist.

Und auch, wenn Lesen oft der Ablenkung dient und Viele auf Dauer auch müde macht, so lernt man doch meistens was dabei.

Schön, dass du bis hier durchgehalten hast. Jetzt hast du dir ein Schläfchen verdient… oder noch besser, eine kleine Qi Gong-Session, nach der du munterer bist als vor diesem Text. :)

Übernimm selbst Verantwortung für deinen körperlichen und seelischen Ausgleich!

Lerne dich zu eigenständig zu entspannen und dabei auch noch Kraft zu tanken!

Ich freue mich, wenn ich dir dabei mit einem Kurs in Wien oder online helfen kann.

Sifu Leo

Autor: Sifu Leonard Lackinger



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Die Ausübung der angebotenen Shaolin-Künste ersetzen weder Arzt noch psychologische Betreuung, können jedoch jede medizinische Therapie begleiten und unterstützen.