The Art of Flexibility
Die Kunst der Flexibilität


Qi Gong-Kunst der Flexibilität


Sanfte Qi Gong-Übungen statt „No Pain, No Gain“

Das Training der Stände, Zhan Zhuang, verleiht uns neben innerer Kraft auch starke Beine. Aber starke Beine nutzen wenig, wenn sie unbeweglich sind. Zum Augleich praktizieren wir deshalb eine einfache Serie von Qi Gong-Übungen um auch Beweglichkeit und Agilität zu gewährleisten. Diese Übungsserie nennen wir „die Kunst der Flexibilität“ (Art of Flexibility).

Im traditionellen Shaolin Kung Fu ist es nicht nötig so flexibel wie Wushu-Praktizierende zu sein, aber eine gewisse überdurchschnittliche Beweglichkeit ist bei der Ausübung natürlich hilfreich. Wir führen aus Sicherheitsgründen zwar selten Kicks über Bauchhöhe aus, aber trotzdem ist die Dehnung und Beweglichkeit sehr wichtig.

Gerade beim Dehnen gilt allzu oft das Prinzip „No Pain, No Gain“ (kein Schmerz, kein Fortschritt). Mit Partnerübungen werden die Muskeln und Sehnen oftmals schmerzhaft in die Rechte Form gezerrt. Diese Herangehensweise ist natürlich sehr effektiv, es wird jedoch keine Rücksicht auf mögliche Verletzungen genommen, die sich auch Jahre später noch bemerkbar machen können.

Anders als in vielen Kampfsportschulen und Turnvereinen, verwenden wir sanfte und schmerzlose Übungen. Es dauert zwar etwas länger um das gleiche Resultat zu erreichen, aber wir bleiben von Verletzungen verschont. Schließlich soll uns das Kampfkunsttraining stärker und gesünder machen und keinen Schaden anrichten.


Folge den Anweisungen des Meisters!

Folgende Übersetzung stammt aus Großmeister Wongs Fragen und Antworten im Dezember 2004, Frage 9:

„Eines Tages fragte ich meinen Sifu, Sifu Ho Fatt Nam, ob ich anstatt im Lotussitz auf einem Stuhl sitzend meditieren könne. Er sagte, dass ich kann und sogar beeindruckende Ergebnisse, inklusive übersinnlicher Fähigkeiten, erreichen könne, aber wenn ich das Beste wolle sollte ich im Lotus sitzen, zumindest im einfachen Lotus.

Ich sagte meinem Sifu, dass meine Beine zu steif für den Lotussitz waren. Er gab mir eine höchst logische Antwort, obwohl ich sie zu dieser Zeit nicht verstand. Er wies mich an Beindehnungsübungen zu praktizieren um meine Beine zu lockern. Da ich immer nach dem Höchsten strebte, tat ich das. Es hat zwei Jahre täglichen Dehnens benötigt bis ich flexibel genug war um im einfachen Lotus sitzen zu können. Natürlich wurde mein Einsatz reichlich belohnt.“


Die 5 einfachen Übungen der „Art of Flexibility“

Hier die 5 Qi Gong-Übungen der „Kunst der Flexibilität“ und deren spezifische Nutzen.

Wie man die Übungen effektiv als Qi Gong praktiziert, lernst du bei uns im Kurs.


Drei Ebenen zur Erde  

Drei Ebenen zur Erde
Three Levels to the Ground


stärkt das Herz
entspannt nach anstrengenden Tätigkeiten

     
Drei Ebenen zur Erde   Der tanzende Kranich
Dancing Crane


stärkt die Nieren und dadurch die Vitalität und Intelligenz
fördert die Langlebigkeit
     
Drei Ebenen zur Erde   Die Zehen berühren
Touching Toes


stärkt Nieren und Gallenblase
gut gegen Haarausfall
     
Drei Ebenen zur Erde   Der Unsterbliche zieht die Schuhe aus
Immortal takes off shoes


stärkt Nieren, Gallenblase und Rücken
     
Drei Ebenen zur Erde   Die Libelle spielt mit dem Wasser
Dragonfly plays with water


fördert die Agilität


Autor: Sifu Leonard Lackinger

 




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Links:

Art of Flexibility as Chi Kung
The Art of Flexibility


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