Wahrnehmung ist oft wichtiger als die Realität

Ein Neujahrsgeschenk von Großmeister Wong Kiew Kit

01.01.2010

Sifu Wong Kiew Kit

Viele Probleme oder Missverständnisse entstehen durch die Verwechslung von Fakten und Meinungen. Logischerweise kannst du viele dieser Probleme und Missverständnisse vermeiden oder überwinden, wenn du zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden kannst.

Noch wichtiger ist, dass Meinungen oder Wahrnehmungen oft einen größeren Einfluss haben als Fakten oder die tatsächliche Realität, wenn es darum geht, unsere Zukunft zu gestalten. Das bedeutet nicht, dass wir Fakten ignorieren können, sondern dass wir erkennen müssen, dass die Wahrnehmung einer Person von der Realität – und nicht die Realität selbst – oft entscheidender für den Ausgang eines Ereignisses ist. Wenn man dies nicht versteht, führt das häufig zu Problemen und Missverständnissen, die mit einer klaren Wahrnehmung vermeidbar oder überwindbar wären.

Beginnen wir mit einer Geschichte. Ein Sifu bat einen Schüler, „One-Finger Shooting Zen“ zu üben. Eine Woche verging, ein Monat verging, zwei Jahre vergingen – und der Schüler übte immer noch täglich „One-Finger Shooting Zen“, während sein Sifu ihm kaum etwas anderes beibrachte.

Dies ist eine wahre Geschichte, die Geschichte meines Sifu, Ho Fatt Nam, als er von meinem Sigung, Yeong Fatt Khun lernte. Die tägliche Praxis von „One-Finger Shooting Zen“ ermöglichte es meinem Sifu, enorme innere Kraft zu entwickeln – nicht nur für Dim Mak (eine fortgeschrittene Kung Fu-Kunst zum Lahmlegen von Vitalpunkten), sondern auch zur Heilung von Menschen.

Mein Sifu hatte eine gute Wahrnehmung. Er hatte sich selbst versprochen, dass er, wenn er einem großartigen Meister begegnete, genau das tun würde, was dieser Meister ihn lehrte. Die meisten anderen Schüler wären ausgestiegen. Sie hatten eine andere Wahrnehmung. Wahrscheinlich dachten sie, der Meister würde sie zum Narren halten. Die Realität war dieselbe – ein Sifu weist seinen Schüler an, „One-Finger Shooting Zen“ zu üben und lehrt ihn kaum etwas anderes –, doch aufgrund unterschiedlicher Wahrnehmungen können die Ergebnisse völlig verschieden sein.

Dasselbe Prinzip lässt sich auch im Alltag beobachten, auch wenn viele Menschen es nicht bewusst wahrnehmen. Dein Chef gibt dir eine schwierige Aufgabe. Weil du ein Mitglied von Shaolin Wahnam bist und alles auf die Shaolin-Wahnam-Art betrachtest (statt auf negative Weise), nimmst du die schwierige Aufgabe als interessante Herausforderung wahr und gibst dein Bestes. In der Folge erhältst du später eine Beförderung – entweder von deinem Chef oder dadurch, dass du selbst dein eigener Chef wirst, nachdem du diese herausfordernde Ausbildung durchlaufen hast.

Die meisten anderen Menschen in derselben Situation hätten eine andere Wahrnehmung. Einige würden versuchen, die Aufgabe an jemand anders weiterzugeben – vielleicht an dich –, wohlwissend, dass sie trotzdem gleich bezahlt werden. Andere würden die Aufgabe widerwillig erledigen und ein mittelmäßiges oder schlechtes Ergebnis abliefern. Die Realität ist dieselbe – eine schwierige Aufgabe –, doch aufgrund unterschiedlicher Wahrnehmungen derselben Realität kann das Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen.

Kann eine Wahrnehmung immer positiv sein? Gibt es Ereignisse, Personen oder Überzeugungen, die so negativ sind, dass man keine positive Wahrnehmung von ihnen haben kann?

One Finger Shooting Zen

„One Finger Shooting Zen“ ist einer der Schätze unserer Schule

Ja, Wahrnehmung kann immer positiv sein, wenn du dich dafür entscheidest. Es ist deine Entscheidung.

Nein, es gibt keine Ereignisse, Personen oder Überzeugungen, die an sich so negativ sind, dass du keine positive Wahrnehmung von ihnen haben kannst. Wir sprechen hier von Wahrnehmung, nicht von der Realität selbst. In der Realität kann ein Ereignis, eine Person oder eine Überzeugung durchaus negativ sein, doch du kannst trotzdem eine positive Wahrnehmung davon haben.

Angenommen, du hast bei einer schlechten Investition viel Geld verloren. Das ist Realität. Egal, wie du es wahrnimmst, du kannst die Tatsache nicht ändern, dass du viel Geld verloren hast. Aber deine Wahrnehmung dieses negativen Ereignisses wird ganz sicher und sehr stark beeinflussen, was aus deiner Zukunft wird und wie sie sich entfaltet.

Man kann deine möglichen Wahrnehmungen grob in drei Kategorien einteilen: negativ, neutral und positiv.

Du kannst dich selbst als dumm wahrnehmen und depressiv werden. Oder du nimmst wahr, dass die Schuld eigentlich bei deiner Frau liegt, die dich ständig kritisiert, und wirst wütend. Das sind negative Wahrnehmungen. Und es ist leicht zu erkennen, wie elend dich solche negativen Wahrnehmungen machen.

Du kannst es als Teil des Lebens wahrnehmen: Manchmal verliert man, manchmal gewinnt man. Oder du nimmst wahr, dass Geld zu verlieren ein Preis ist, den jeder zahlt, um etwas über Investitionen zu lernen. Das sind neutrale Wahrnehmungen. Du bist vielleicht eine Zeit lang niedergeschlagen, aber schließlich kannst du darüber hinwegkommen.

Du kannst es auch philosophisch wahrnehmen und es als einen Segen im Unglück betrachten. Es ist ein Weckruf: Du hast Geld durch eine Investition verloren, nicht durch Drogen oder Glücksspiel, was süchtig machen kann und viel schlimmer wäre. Oder du nimmst es als eine drastische Lernchance wahr. Du versprichst dir selbst, dass du dieses Geld eines Tages vielfach zurückverdienen wirst – auf ehrliche und gesunde Weise. Das sind positive Wahrnehmungen, die zu späterem Erfolg führen. Tatsächlich verdanken viele Menschen ihren Erfolg, ob spirituell oder finanziell, anfänglichen Rückschlägen.

Wenn wir nur an gute Dinge denken – träumen wir dann nur? Nein, wir träumen nicht nur. Wir wagen es zu träumen, aber wir sind auch bereit und fähig, die nötige Anstrengung zu leisten, um unsere Träume wahr werden zu lassen. Unser Shaolin Wahnam-Training verleiht uns geistige Klarheit, die es uns ermöglicht, edle Wahrnehmungen zu haben, und enorme Energie, die uns befähigt, die erforderliche Anstrengung aufzubringen.

Gedanken erschaffen Realität. Das ist eine große kosmische Wahrheit, die von alten Meistern gelehrt und von modernen Wissenschaftlern bestätigt wurde. Ein Elektron ist ein Teilchen oder eine Welle – abhängig davon, wie der untersuchende Wissenschaftler darüber denkt. Der Buddha lehrt, dass Karma, also Ursache und Wirkung, das Ergebnis von Gedanken, Worten und Taten ist – in genau dieser Reihenfolge an Bedeutung.

Welche Ereignisse, Personen, Überzeugungen, Probleme oder Schwierigkeiten dir also auch begegnen: Habe stets eine positive Wahrnehmung von ihnen. Probiere es einen Monat lang aus und überprüfe das Ergebnis selbst. Wenn du es als hilfreich empfindest, nutze dieses Neujahrsgeschenk für dieses Jahr – und für jedes weitere Jahr.

Autor: Großmeister Wong Kiew Kit



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