Fragen und Antworten
Ausgabe 2018-05



18 Juwelen Qi Gong

„Den Kosmos umarmen“ aus den 18 Juwelen.


Frage 1

Wie viele Übungen lernen wir während der 3-Monats-Mitgliedschaft?

- Edi

In den regulären, wöchentlichen Stunden für Level 1 unseres Shaolin Cosmos Qi Gong lernen und praktizieren wir hauptsächlich die Techniken aus folgenden drei Gruppierungen:


Jede Qi Gong-Stunde ist eine abwechslungsreiche Zusammenstellung aus 2-3 dieser Übungen.

Nach dem wöchentlichen Besuch über drei Monate hinweg, können sich so die 18 Lohan Hände, welche den Kern unserer Praxis bilden, ausgehen. Auch wenn die Übungen generell recht simpel sind, schadet es natürlich nicht, diese noch ein paar weitere Male gezeigt zu bekommen und sie jedes Mal auf einer anderen, tieferen Ebene ausführen zu können.

Viel wichtiger als die gelehrten Techniken sind jedoch die übertragenen Fähigkeiten. Uns geht es nicht bloß darum die klassischen Übungen weiterzugeben und schön vorzuführen, sondern vor allem darum alle nötigen und wirklich wichtigen Elemente zu lehren.

So lernen unsere Schüler von Anfang an, wie sie in den elementaren „Qi Gong-Geisteszustand“, also einen meditativen Bewusstseinszustand, eintreten können, ihre Energie im Chi Flow fließen zu lassen und loszulassen. Diese drei Fähigkeiten bilden die Basis für effektive Praxis und sicheren Fortschritt.

Nach mindestens einem Jahr beständiger Praxis und entsprechender Entwicklung, werden Schüler zu Level 2 eingeladen, welche noch kräftigere Techniken und Fähigkeiten vermitteln, um die Vitalität und Leistungskraft zu stärken. Hier stehen Zhan Zhuang, Abdominal Breathing und vor allem die 18 Lohan Künste am Programm.

Mindestens ein weiteres Jahr Praxis ermöglicht auf Einladung die Teilnahme an Level 3, der sich mit den Sehnenmatamorphosen, der Knochenmarksreinigung und der kosmischen Dusche beschäftigt.

Die drei ersten Monate sind also ein wichtiger, erster Einblick in die tiefgründige und vielfältige Ausbildung im Shaolin Qi Gong.


Frage 2

Ich habe gehört/gelesen, dass Zen zu praktizieren nur dann etwas bringt, wenn man es 24/7 [Anm.: rund um die Uhr] macht.

Was hältst du davon?

- Bernhard

Ich halte das für Schwarz-Weiß-Denken.

Man sollte bei dieser Aussage auch beachten, dass das Wort „Zen“ mehrere Bedeutungen hat.

„Zen“ ist ein Synonym für Meditation, in jeglicher Form. So nennen wir unsere Standmeditation auch gerne „Standing Zen“.

„Zen“ bezeichnet eine Strömung des Buddhismus, die im Shaolin-Tempel in China wurzelt.

„Zen“ kann auch die kosmische Wirklichkeit (das undifferenzierte, transzendente Universum) bezeichnen oder eine Einblickserfahrung darin.

Oft ist auch die Herangehensweise der Zen-Philosophie, die nach simplen, direkten und effektiven Wegen strebt, gemeint.

Je nachdem welche Ziele man verfolgt und welcher Aspekt bei der Aussage eigentlich gemeint ist, fällt die Antwort unterschiedlich aus.

Wenn wir 1-2 Mal täglich 10 Minuten Qi Gong üben, praktizieren wir Zen und ziehen große Nutzen für unsere Gesundheit und den Alltag daraus. Dies widerlegt die Aussage.

Als Mönch oder Nonne sollte es aber durchaus das Ziel sein rund um die Uhr, also ständig, einsgerichtet zu sein, Ablenkungen auszublenden und die Einfachheit in allen Dingen zu suchen bzw. zu leben.

Wir in Shaolin Wahnam, die wir als glückliche und erfolgreiche Menschen unser Leben meistern möchten, können mit der Anwendung der Zen-Lebensphilosophie auch sehr viel positiven Einfluss erwirken und mit oft einfachen Mitteln tolle Resultate erzielen.

Dennoch ist es nicht notwendig rund um die Uhr darauf zu achten, aus Angst, dass wir sonst keinerlei Nutzen hätten. Die Umsetzung erfolgt dank unserem Training vielmehr ganz natürlich von innen heraus. Wir lassen uns nicht so leicht aus der Ruhe bringen, sind effizient und zielgerichtet. Dies sind aber vielmehr Resultate als die Praxis selbst.


Standmeditation

Jedes Mal, wenn wir üben, praktizieren wir Zen.


Frage 3

Wenn ich leichte gute Schmerzen verspüre, ist das dann schon zu viel Training?

Woher weiß ich ob ich durch eine Phase durchpushen oder pausieren soll, wie kann ich das möglichst nützlich entscheiden?

- Bernhard

„Gute Schmerzen“ zählen wir zu den Nebensymptomen, die auch bei richtig dosiertem Training auftreten können. Wenn sie anhalten oder zu intensiv werden, sollte man das Training in Qualität und/oder Quantität reduzieren.

Solange es also in einem nicht allzu unangenehmen Ausmaß liegt, sollte man unverändert weitermachen und die Reinigung weiter vorantreiben. Sind die Symptome überwältigend oder beeinträchtigen den Alltag, sollte man pausieren.


Frage 4

Ich habe vor kurzem mit Yoga begonnen. Irgendwie fühlt sich das jetzt aber nach zu viel Energie an.

- Sofija

Das überrascht mich nicht, weil es schon häufiger vorgekommen ist.

Unser Training in Shaolin Wahnam zielt auf die Entwicklung von Fähigkeiten ab. Diese übertragen sich auch auf andere Gebiete unseres Lebens.

Auch, wenn Yoga heutzutage – ähnlich wie Qi Gong – zumeist als rein körperliche Praxis ausgeübt wird, so ist es im Grunde ebenfalls ein Training der Energie, die in der indischen Heillehre „Prana“ genannt wird.

Grundlegende „Skills“, die wir in Shaolin Wahnam entwickeln, sind sich auf Anhieb zu entspannen, der Eintritt in einen meditativen Geisteszustand und das Chi fließen zu lassen. Natürlich funktioniert das auch mit anderen Meditationspraktiken wie beispielsweise Yoga. Wie wir immer wieder betonen, verhilft uns unser Shaolin-Training dazu alles, was wir tun, besser zu machen. Wie Dagmar kürzlich ebenfalls bestätigt hat, klappt ihr Yoga, das sie seit über 10 Jahren praktizierte, seitdem sie Qi Gong übt, viel besser.

Im Grunde genommen, benötigen unsere Schüler keine weiteren Disziplinen, da unser Training vollkommen ausreicht, um ihre gesundheitlichen Bedürfnisse zu decken und Ihnen große Vitalität zu verschaffen. Auch wenn wir unsere Schüler häufig darauf hinweisen, dass sie nur mit etwa 30% der möglichen Intensität üben sollen, reicht unser Training von nur 10 Minuten mehr als aus. Immer wieder erfahren Schüler sogar Übertraining, bemerken also, dass sie mehr als nötig Energie durch ihre Praxis generiert haben und passen ihr Training in Dauer und/oder Intensität an.

So verwundert es nicht, wenn Schüler nach dem Hinzufügen anderer, ähnlicher Praktiken rasch ins Übertraining geraten. 10 Minuten Qi Gong, die ja alleine schon genug sind, werden durch zusätzliche 20 Minuten Yoga zu 30 Minuten hochwertigem Energietraining.

Auch wenn ich selbst keinerlei Drang danach habe, weil ich weiß, dass mein Training mir alles gibt, was ich brauche und suche, kann ich verstehen, wenn man aus Neugier oder Freude an der Sache auch mal anderes ausprobieren und praktizieren möchte. Wichtig ist dabei nur, dass man die Gesamtmenge an Meditations- und Energietraining nicht dauerhaft überschreitet.

Ich rate Schülern, die schon zuvor andere Praktiken, wie Yoga oder sitzende Meditation, ausgeübt haben, auf die Auswirkungen der Kombination zu achten und gegebenenfalls zu regulieren, falls unerwünschte Effekte auftreten. Viele kürzen ihre Übungseinheiten bald darauf ab oder ersetzen ihr früheres Training nur durch unser Shaolin Qi Gong und erreichen damit bessere Ergebnisse als je zuvor.


Yoga Pose

Die Fähigkeiten unserer Ausbildung können auch auf Yoga übertragen werden und es wieder zu einem hochwertigen Training von Körper, Energie und Geist machen.


Frage 5

Mir ist aufgefallen, wenn ich gähne, wird der Chi Flow besser.

Kannst du uns etwas über den Zusammenhang erzählen?

- Andy

Gähnen ist ein häufiger, gewünschter Nebeneffekt unserer Praxis. Diese Körperfunktion dient sowohl der physischen als auch der energetischen Entgiftung, indem Toxine und verbrauchte Energie ausgestoßen werden. Somit ist das Gähnen ein Reinigungseffekt, den man keineswegs unterdrücken sollte, sondern ruhig auch lauthals genießen kann.

Deine Erfahrung verbildlicht eine Rückkopplung. Während das Gähnen ein Indiz für Reinigung ist, bemerkt das Chi offenbar auch den gesteigerten Ausstoß von Verbrauchtem, und kurbelt mit dem kraftvollen Energiefluss den Abtransport an.

Häufig setzen wir den, dem Gähnen verwandten, „Haahh“-Laut bewusst ein. Auch dieser hilft uns dabei uns zusätzlich zu entspannen und so den Energiefluss weiter anzufachen. Im „Iron Wire Set“ des Shaolin Kung Fu und auch den Sehnenmetamorphosen des Shaolin Qi Gong hauchen wir am Ende gar dreimal mit einem sanften, aber kräftigen „Haahh“ aus.

 

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