Alles über innere Kraft Teil 5


Negative Auswirkungen fehlerhaften Trainings


Während korrekte Ausübung der traditionellen Trainingsmethoden vielfältige und kraftvolle Nutzen verschafft, kann fehlerhaftes Training ebenso kraftvolle Auswirkungen haben.

Schriftliche Überlieferungen, für die man vor ein paar hunderten Jahren noch getötet hätte, sind heutzutage günstig zu kaufen oder gar kostenlos im Internet zu finden. Das Wissen um die Techniken allein genügt jedoch nicht um damit auch erfolgreich innere Kraft zu kultivieren.

Wie alle inneren Künste sollten auch Qi Gong-Übungen zur Entwicklung innerer Kraft unbedingt von einem Meister oder einem kompetenten Lehrer erlernt werden. Außerdem sollte auch das Training kontinuierlich von einem Meister überwacht werden, um Abweichungen zu erkennen und zu korrigieren sowie um Schädigungen zu vermeiden.


Aufsicht durch Meister

Das Training innerer Kraft sollte stets unter Aufsicht eines Meisters durchgeführt werden. Schüler von Shaolin Wahnam können natürlich auch alleine zuhause üben und werden beim Training im Kwoon von ihrem Sifu kontrolliert.


Fehlerhafte Ausübung der kraftvollen Trainingsmethoden kann nämlich zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen. Dies ist im asiatischen Raum so bekannt, dass es viele erst gar nicht wagen mit dem Training zu beginnen. Derartige negative Wirkungen werden mit „Fire escaping, evil entering” (Feuer entweicht, das Böse tritt ein) benannt, was zusätzlich abschreckende Wirkung hat.

Wer zum Beispiel „Iron Fist“ oder „Iron Shirt“ auf „eigene Faust“ über einen längeren Zeitraum übt, ohne die nötigen Vorsichtsmaßnahmen oder die genaue Ausführung zu kennen, muss mit deformierten und unbeweglichen Händen oder inneren Verletzungen rechnen. Oft fehlt dann auch das nötige Wissen um überhaupt einen Zusammenhang zwischen dem fehlerhaften Training und einer Erkrankung der Lunge oder anderer innerer Organe herstellen zu können.

Besonders Abhärtungstraining ist heutzutage weit verbreitet, wird aber mehr als Gewöhnung an Schmerzen verstanden denn als Energiekunst. Häufig entwickelt sich in der Hoffnung dadurch ein besser Kämpfer zu werden eine ungesunde Freude an Schmerzen, ja gar ein Verlangen danach.

Bei vielen Selbstlernenden wird sich aber einfach, selbst nach langer Zeit ausgiebigen Trainings, keinerlei Effekt einstellen, wodurch das Training zur reinen Zeitverschwendung wird.

Schüler von Shaolin Wahnam brauchen sich nicht darum zu sorgen, ob ihre Praxis Effekte bringt. Wie so oft dient beim Training in Shaolin Wahnam auch hier der Chi Flow als Sicherheitsventil, das eventuell unbewusste, negative Effekt direkt und effektiv beseitigt. Bei jenen, die sich an die Anweisungen halten, stellen sich die Erfolge vergleichsweise meist sehr rasch ein. Vielmehr sind wir darauf bedacht es nicht zu übertreiben. Unsere Anweisung ist es nicht nach dem besten und stärksten Resultat zu streben, sondern unsere Praxis einfach zu genießen, um Übertraining zu vermeiden. Das ist in der langen Geschichte von Kung Fu, in der Ku Lian („bitteres Training“) vorherrschend war, einzigartig. Obwohl dies auf viele verbissen trainierende Kampfkünstler sicher wie ein Witz wirkt, ist es die verblüffende Wahrheit.

Dies sind gute Beispiele dafür wie wichtig es ist eine klare Vorstellung sowie Hintergrundwissen davon zu haben was man praktiziert.


Autor: Sifu Leonard Lackinger

 

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